Niatsu

Wie Niatsu PCFs für Tausende Produkte erstellt

Jakob Tresch

Wer schon einmal Tage damit verbracht hat, einen einzigen Product Carbon Footprint in einer Tabelle zusammenzustellen, kennt das Gefühl: Diese Arbeit sollte einfacher sein. Als wir anfingen, die ersten Produktfussabdrücke von Hand zu erstellen, merkten wir schnell, dass der manuelle Aufwand hinter jedem einzelnen das ganze Feld zurückhält. Genau das motiviert uns bis heute, Niatsu weiterzuentwickeln.

Schauen wir es uns Schritt für Schritt an

Ein PCF folgt fünf Schritten:

  1. Unstrukturierte Daten sammeln und aufbereiten
  2. Einen digitalen Zwilling des Produkts erstellen
  3. Emissionsfaktoren zuordnen
  4. Den PCF berechnen
  5. Interpretieren und handeln

Schritt 1: Daten sammeln. Sie brauchen Zutaten, Prozesse, Produktionsstandorte und Spezifikationsblätter. Das ist oft kniffliger, als es klingt, denn nicht alles ist sofort verfügbar. Unser Ansatz: Wir arbeiten mit den Daten, die Sie bereits in Ihrem ERP-System oder in Ihren technischen Datenblättern haben, damit Sie nicht bei null anfangen müssen.

Schritt 2: Den digitalen Zwilling aufbauen. Als Nächstes müssen all diese Informationen in eine genaue Abbildung Ihres Produkts überführt werden. Das können Sie in Excel machen oder sogar auf Papier. Unsere Plattform erstellt stattdessen einen digitalen Zwilling aus Zutaten, Transporten, Prozessen und Verpackungen und bringt alles in die richtigen Beziehungen. Ein Beispiel: Eine tropische Frucht muss nach Europa transportiert werden, bevor sie in die Produktion geht. Der digitale Zwilling bildet diesen Weg ab.

Schritt 3: Emissionsfaktoren zuordnen. Für jeden Teil im Modell brauchen Sie einen Emissionsfaktor, also einen Wert, der die zugehörigen Emissionen dieses Schritts darstellt, zum Beispiel das CO2-Äquivalent einer Kilowattstunde an Ihrem Produktionsstandort. Das ist einer der Schritte, die wir vollständig automatisiert haben. Niatsu interpretiert Ihre Daten und findet den am besten passenden Emissionsfaktor in unserer Datenbank, die gezielt für die Lebensmittelindustrie aufgebaut wurde.

Schritt 4: Berechnen. Sobald die Schritte und Faktoren verknüpft sind, ist die Berechnung der Gesamtemissionen unkompliziert. In Niatsu passiert das mit einem Klick.

Schritt 5: Interpretieren und handeln. Jetzt haben Sie einen PCF, den Sie mit Kunden teilen oder intern für das Reporting nutzen können. Aus unserer Sicht ist das die schwierigste Phase. Die Daten in echte Massnahmen zu übersetzen, liegt bei Ihnen, Ihrem Unternehmen und manchmal bei Ihren Kunden. Wir möchten, dass Sie für diesen Teil mehr Zeit und Energie haben, denn hier wartet die eigentliche Arbeit. Die Bilanzierung überlassen Sie uns.

Wie lässt sich das skalieren?

Wenn Sie schon ein paar PCFs in Tabellen erstellt haben, wissen Sie: Diese Arbeit skaliert nicht. Ab zehn Produkten beginnen Sie, in Eingabedaten, Emissionsfaktoren und Reports unterzugehen. Niatsu bietet verschiedene Wege, sich in Ihre bestehenden Daten zu integrieren, je nachdem, wo Sie in der Wertschöpfungskette stehen.

Für B2B-Hersteller berechnen wir die Emissionen aller bezogenen Produkte und spielen die Daten zurück in Ihr System, sodass jedes Produkt PCFs genauso aggregieren kann wie Nährwerte, ohne dass Niatsu Zugriff auf Ihre finalen Rezepturen braucht.

Für Grosshandel und Detailhandel modellieren wir Ihre Produkte auf Basis der Zutaten und zusätzlicher Produktinformationen aus Ihrem Product-Information-Management-System. Diese Daten lassen sich über unsere API verarbeiten.

Für Köchinnen und Köche haben wir Carbon Chef gebaut. Das Tool nimmt jedes Rezept und macht daraus einen Footprint.

Die Vor- und Nachteile grossflächiger PCF-Berechnungen

Der Vorteil beim Skalieren von PCFs: Sie bauen einen detaillierten, konsistenten Datensatz an Emissionen über all Ihre Produkte hinweg auf, der derselben Methodik folgt. Das gibt Ihnen den Raum, sich auf operative Veränderungen und Emissionsreduktionen zu konzentrieren statt auf reine Bilanzierung. Auch Ihre Kunden profitieren, weil Sie ihnen die benötigten Informationen sofort liefern können.

Der Nachteil: Im grossen Massstab passieren kleinere Fehler, und der Überblick über jeden einzelnen Datensatz wird schwieriger. Grosse Datenmengen zu verwalten ist eine echte Herausforderung. Wir begegnen ihr mit zwei Bewertungen pro Produkt: einem Modellierungs-Qualitätsrating (wie gut wir den digitalen Zwilling erstellen konnten) und einem Datenqualitäts-Rating (wie gut die Emissionsfaktoren zu Ihrem Produkt passen). Sie geben Ihnen operative Sichtbarkeit in die Analyse, auch über tausende Produkte hinweg.

Wollen Sie das an Ihren eigenen Daten sehen?

Wenn Sie wissen wollen, wie Niatsu mit Ihrem Produktportfolio umgehen würde, melden Sie sich bei uns oder probieren Sie Carbon Chef kostenlos aus.