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Was ist der CO2-Fussabdruck von Lebensmitteln?

Jakob Tresch

Die Art und Weise, wie wir Lebensmittel anbauen, transportieren und konsumieren, hat einen grossen Einfluss auf die Umwelt. Jeder Schritt der Lebensmittelproduktion, von der Landwirtschaft über Verpackung und Transport bis hin zu Lebensmittelabfällen, setzt Kohlendioxid (CO2) und andere Treibhausgase frei. Diese Auswirkungen werden als Food Carbon Footprint bezeichnet und spielen eine zentrale Rolle beim Klimawandel.

Wie gross ist der Fussabdruck?

Die Lebensmittelproduktion ist für etwa ein Viertel bis ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Einige Lebensmittel verursachen deutlich mehr CO2 als andere. Fleisch- und Milchprodukte haben zum Beispiel einen wesentlich höheren Carbon Footprint als Obst, Gemüse oder Getreide. Das liegt daran, dass die Tierhaltung grosse Mengen an Land, Wasser und Futtermitteln benötigt. Zudem produzieren Kühe und Schafe Methan, ein Treibhausgas, das noch stärker wirkt als CO2.

Auch der Transport trägt zum Food Carbon Footprint bei. Lebensmittel, die per Flugzeug um die Welt transportiert werden, wie frische Beeren oder tropische Früchte im Winter, verursachen deutlich höhere Emissionen als lokal angebaute Produkte. Ein weiteres grosses Problem ist Lebensmittelverschwendung. Wenn Lebensmittel weggeworfen werden, geht die gesamte Energie verloren, die für ihre Herstellung benötigt wurde. Beim Verrotten auf Deponien wird zudem Methan freigesetzt.

Direkte und indirekte Auswirkungen der CO2-Emissionen von Lebensmittel

Die Lebensmittel, die wir essen, beeinflussen nicht nur unsere Gesundheit, sondern auch das Klima unseres Planeten. Die direkten Auswirkungen der Lebensmittelproduktion entstehen durch Emissionen aus Landwirtschaft, Transport und Verarbeitung. Der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden setzt Treibhausgase frei. Die Rodung von Wäldern zur Schaffung neuer Anbauflächen erhöht ebenfalls die CO2-Emissionen, da Bäume entfernt werden, die zuvor Kohlenstoff gespeichert haben. Auch die Verarbeitung und Verpackung von Lebensmitteln in Fabriken benötigt viel Energie. Der Weg vom Feld bis auf den Teller, egal ob per LKW, Schiff oder Flugzeug, vergrössert den Carbon Footprint zusätzlich.

Daneben gibt es indirekte Effekte, die durch Veränderungen in der Art entstehen, wie wir Lebensmittel produzieren und konsumieren. Eine stärkere Ausrichtung auf pflanzenbasierte Ernährungsweisen könnte die Emissionen deutlich senken, da pflanzliche Lebensmittel in der Regel weniger Ressourcen benötigen als Fleisch und Milchprodukte. Technologische Fortschritte in der Landwirtschaft, wie Precision Agriculture, helfen dabei, die Produktion effizienter zu gestalten und Abfälle zu reduzieren. Auch bessere Lagerung und optimierte Lieferketten können unnötige Lebensmittelverluste verhindern, die einen grossen, aber oft unterschätzten Beitrag zu den Treibhausgasemissionen leisten.

Allerdings sind nicht alle Lösungen so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheinen. Einige nachhaltige Lebensmittelalternativen klingen vielversprechend, bringen aber nicht immer die erwarteten Umweltvorteile. Gewächshäuser können zwar die Anbausaison verlängern und Importe reduzieren, benötigen jedoch häufig grosse Mengen an Energie. Auch pflanzenbasierte Produkte wie Mandelmilch können ressourcenintensiv sein, da der Anbau von Mandeln sehr viel Wasser benötigt. Ein weiteres zentrales Problem bleibt die Lebensmittelverschwendung. Viele Menschen werfen einwandfreie Lebensmittel weg, ohne sich bewusst zu sein, wie viel Energie und Aufwand in ihrer Produktion stecken.

Wie können Lebensmittelunternehmen ihren Fussabdruck reduzieren?

Die Reduktion des Food Carbon Footprints bedeutet nicht, auf alles Vertraute zu verzichten. Es geht darum, intelligente und nachhaltige Entscheidungen zu treffen, die sich über die Zeit hinweg summieren.

Eine aktuelle Studie aus Schweden zeigt, dass das Land seine Treibhausgasemissionen um 2.5 Prozent senken könnte, wenn die Bevölkerung einmal pro Woche auf eine vegane Ernährung umsteigen würde. Das verdeutlicht das Potenzial für Unternehmen, ihr Produktportfolio zu überdenken und gezielt Bereiche zu identifizieren, in denen Emissionen reduziert werden können.

Neben der Produktauswahl bieten insbesondere die Reduktion von Lebensmittelabfällen und die Optimierung von Produktionsprozessen grosse Verbesserungspotenziale. Ein tiefes Verständnis der Lieferkette ist entscheidend, um Ineffizienzen aufzudecken und nachhaltigere Praktiken umzusetzen.