Transportemissionen in der Lebensmittelindustrie

In der Lebensmittelindustrie werden die meisten Produkte und Zutaten nicht lokal hergestellt. Das bedeutet, dass wir in einem einfachen Snack Zutaten aus der ganzen Welt finden: Zucker aus Südamerika, Milch aus Frankreich und Kakao aus Afrika. Der Transport dieser Waren rund um den Globus per LKW, Schiff, Flugzeug oder Bahn verursacht erhebliche Emissionen.
Wie entstehen Transportemissionen?
Transportemissionen in der Lebensmittelindustrie bezeichnen die Treibhausgase, die beim Transport von Lebensmitteln entlang der gesamten Lieferkette freigesetzt werden, vom landwirtschaftlichen Betrieb über Verarbeitungsanlagen, Lagerhäuser und den Handel bis hin zum Endkonsumenten. Die Höhe dieser Emissionen wird von mehreren Faktoren beeinflusst, darunter das eingesetzte Transportmittel (LKW, Schiff, Flugzeug oder Bahn), die zurückgelegte Distanz, das Gewicht und Volumen der Güter sowie die Frage, ob eine Kühlung erforderlich ist.
Der Grossteil dieser Emissionen entsteht durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Diesel, Benzin, Schiffstreibstoff oder Kerosin. Dabei werden Kohlendioxid (CO2) sowie weitere Treibhausgase wie Lachgas (N2O) und Methan (CH4) freigesetzt. Auch gekühlte Transporte tragen zusätzlich zu den Emissionen bei, da Kühlsysteme einen hohen Energiebedarf haben.
Warum ist das für die Lebensmittelindustrie relevant?
Das Verständnis von Transportemissionen ist für die Lebensmittelindustrie besonders wichtig, da moderne Lieferketten stark globalisiert sind. Viele Lebensmittel legen tausende Kilometer zurück, bevor sie beim Konsumenten ankommen, oft über mehrere Länder hinweg und mit einer Kombination verschiedener Transportmittel.
Transportemissionen werden im Vergleich zu Produktion oder Verpackung häufig unterschätzt, können jedoch einen entscheidenden Hebel zur Verbesserung des gesamten Carbon Footprints darstellen. Dies gilt insbesondere für importierte, verderbliche oder stark verarbeitete Produkte.
Wie lassen sich Emissionen erfassen?
In vielen Fällen sind die exakten Transportrouten eines Produkts nicht bekannt. Aus diesem Grund hat Niatsu eine Transport-Engine entwickelt, die realistische Transportrouten zwischen zwei Standorten berechnet. Dabei werden Wechsel zwischen LKW, Schiff und erneutem LKW-Transport berücksichtigt.
So kann für jedes Produkt eine realistische Emissionsberechnung durchgeführt werden, sofern das Ursprungs- oder Produktionsland bekannt ist. Zusätzlich hilft Niatsu dabei zu verstehen, welches Transportmittel den grössten Anteil an den Emissionen verursacht. Häufig sind es die letzten hundert Kilometer per LKW, die den grössten Einfluss auf den CO2-Footprint haben.
Was kann sich in Zukunft ändern?
In Zukunft gibt es mehrere Ansatzpunkte, um transportbedingte Emissionen in der Lebensmittelindustrie zu reduzieren und nachhaltigere Logistiklösungen umzusetzen. Ein zentraler Hebel ist die Optimierung von Lieferketten, beispielsweise durch eine regionalere Beschaffung von Rohstoffen, eine bessere Routenplanung und die Bündelung von Transporten, um Leerfahrten oder Teilladungen zu vermeiden.
Der Umstieg auf emissionsärmere Transportlösungen, wie elektrische LKW, Fahrzeuge mit Biokraftstoffen oder der verstärkte Einsatz der Bahn, kann ebenfalls einen erheblichen Beitrag leisten. Digitale Tools und Software zur Emissionsverfolgung werden dabei eine immer wichtigere Rolle spielen, da sie es Unternehmen ermöglichen, Transportemissionen in Echtzeit zu überwachen und datenbasierte Entscheidungen zu treffen.
Letztlich ist eine enge Zusammenarbeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette notwendig, zwischen Produzenten, Logistikdienstleistern, Händlern und politischen Akteuren, um einen systemischen Wandel zu erreichen und ein klimafreundlicheres, widerstandsfähigeres Ernährungssystem aufzubauen.
